TINY HOUSE & BAURECHT

 

Wo darf ich ein Tiny House aufstellen? Was ist rechtlich zu beachten?

 

Beim Start jedes Wohnwagon-Projekts ist die erste große Frage: Wo soll ich mein neues kleines Zuhause denn hinstellen? In unseren 6 Jahren haben wir unzählige Raumordnungsgesetze durchgeackert, uns intensiv mit den Baubehörden auseinandergesetzt, unsere Pläne laufend verbessert, um dieser neuen Wohnform den Rahmen zu geben, den sie verdient: Nämlich, als Bauwerk und echte Wohn-Alternative ernst genommen zu werden! Mittlerweile sind über 30 Wohnwagons in Österreich, Deutschland und der Schweiz ausgeliefert, überall wurden genehmigte Aufstellorte dafür gefunden. Die Erfahrungen wollen wir dir hier weitergeben.

Beginnen wir von vorne. Rein theoretisch bieten Tiny Houses viele Freiheiten, die in der Praxis aber mit zahlreichen baurechtlichen Vorschriften eingeschränkt werden. Für die Beantwortung der Frage, welche baurechtlichen Vorgaben bei der Anschaffung eines Tiny Houses zu beachten sind, ist zwischen stationären und mobilen Tiny Houses zu unterscheiden. Bei stationären Tiny Houses handelt es sich um normale Wohngebäude, nur eben in kleinerer Ausführung. Deswegen müssen sie auch von der Baubehörde genehmigt werden. Bei mobilen Wohnprojekten auf Anhängern oder Wägen sieht es schon wieder ein bisschen anders aus. In diesem Fall ist das Fundament nicht mit dem Erdboden verbunden und das mobile Tiny House kann temporär auch ohne Baugenehmigung abgestellt werden. Soll es aber länger auf einen Stellplatz stehen oder wird es sogar als Hauptwohnsitz genutzt, unterliegt es wiederum dem Baurecht. Egal ob es Räder hat oder nicht. Da kommen wir nicht drum herum.

Wir stellen dir nun drei Möglichkeiten vor, wie die Aufstellung deines Tiny Houses rechtlich funktionieren kann.

 

DORT STELL ICH IHN HIN – JAWOHL!

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Baugenehmigung - Brief und Siegel.

Eine sichere, langfristige Lösung.

Die Variante der Einreichung ist sicher die konservativste, aber auch die sicherste. Dein Wohnwagon wird dabei als „normales“ Wohngebäude auf Bauland eingereicht, das nur zufällig Räder hat. Dafür müssen jede Menge Vorschriften, Werte und Normen (Raumhöhe, Dämmwerte, Schallschutz, Brandschutz usw.) eingehalten werden. Das ist bei einem Tiny House gar nicht so einfach! Aber auch nicht unmöglich. Uns war es wichtig, da einmal durchzusteigen, vor allem weil wir überzeugt sind, dass wir als echte Wohnform damit deutlich ernster genommen werden.

Und die gute Nachricht: Der Wohnwagon ist einreichfähig! Der Wohnwagon kann somit bei der Baubehörde als normales Bauwerk eingereicht werden – und bekommt in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Baugenehmigung mit Brief und Siegel! Ein echter Meilenstein für uns! Das war echt Arbeit! 

Eine Einreichung bedeutet zwar einen einmaligen Aufwand, aber dafür hast du dann deinen sicheren Wohnort, den dir keiner mehr nehmen kann. Keine Abhängigkeit von Nachbarn oder der Gunst der Politik. Den Formular-Kram, den man dafür braucht, erledigen wir gerne für dich.

Für eine Einreichung muss dein Wohnwagon auf Bauland stehen, aber nicht unbedingt auf deinem eigenen Bauland. Viele Menschen besitzen Baugrundstücke als Wertanlage oder weil die Kinder oder Enkerl dort vielleicht irgendwann mal bauen wollen: Sie wollen es gerade nicht verkaufen, weil sie das Geld nicht brauchen, wollen aber auch nicht, dass jemand anderer darauf fix baut, um die Option nicht zu verlieren. Perfekt für mobile Wohneinheiten! Die Herausforderung ist, es zu finden, denn auf den Immobilienbörsen sind diese Grundstücke nicht inseriert. Am besten du fragst am Bauamt oder besuchst das örtliche Wirtshaus, dort erfährst du von ungenutzten Flächen. Unsere Kunden hatten oft auch schon mit Inseraten in Lokalzeitungen sehr gute Erfahrungen!

 


Sie haben oft selbst die besten Ideen, wie man zu tollen Standplätzen kommt! ? Wohnwagon Tilla steht auf einem Grundstück, das von der Kirche gepachtet wird.

 

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Die Sonderlösung

Wie überall gibt es auch im Baurecht Ausnahmen und Sonderlösungen. So erlaubt es der Nutzungszweck „Grünland Land- und Forstwirtschaft“, unter gewissen Voraussetzungen, den Wohnwagon aufzustellen. Zum Beispiel, wenn mit dem Gebäude die Pflege und Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Fläche sichergestellt wird.

Im Grünland-Kleingarten lässt sich der Wohnwagon ebenso aufstellen. Hier müssen genauso einige Vorschriften, wie die maximale Gebäudehöhe, beachtet und um eine Baubewilligung angesucht werden.

Es werden auch immer wieder Flächen für temporäre Wohnzwecke oder innovative Flaggschiffprojekte zur Verfügung gestellt. Damit kann die Gemeinde ein Statement für zukunftsfähiges Leben setzen. Wichtig ist, dass bei solchen „Sonderlösungen“ offen mit dem Bürgermeister kommuniziert wird. Er ist behördlich gesehen meist die erste Instanz. In einigen Fällen sind uns solche Sondervarianten schon gelungen – eine Garantie oder ein Recht auf eine Sondergenehmigung hat man jedoch nicht.

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Campingplätze

Als dritte Alternative lässt sich der Wohnwagon auch ganz einfach auf Campingplätzen aufstellen. Das ist bürokratisch gesehen, die einfachste Lösung. Die Vorschriften sind minimal, es muss nur eine Distanz von mindestens einen Meter zur Nachbarparzelle sichergestellt werden. Gedankenansätze: Ein alter aufgelassener Campingplatz, den man mit einer Tiny House Siedlung wieder belebt? Ein Naturcampingplatz? Auch da gibt’s ein paar sehr schöne Plätze zu entdecken!

 

BERATUNG: WIR UNTERSTÜTZEN DICH!

Wir begleiten dich gern bei der Erarbeitung einer Strategie für dein Wohnprojekt und der Abwicklung mit den Behörden. Unser Stundensatz dafür sind 74 Euro.

Damit wir bei einem Planungstermin gleich losstarten können, haben wir schon vorab ein paar Fragen an dich:

  • Wo willst du deinen Wohnwagon aufstellen? (Adresse, Bundesland)
  • Welche Widmung hat das Grundstück, welches du ins Auge gefasst hast?
  • Wie groß ist dein Grundstück?
  • Ist das Grundstück bereits verbaut? Wenn ja, in welchem Ausmaß? (Achtung, als bebaut gelten alle raumbildenden baulichen Anlagen, also auch Garagen und Gartenhäuser)
  • Welche Bebauungsdichte besteht auf deinem Grundstück? Diese besteht nur auf Bauland! (Die Bebauungsdichte ist eine Verhältniszahl und gibt die maximale Bebauung deines Grundstücks in Prozent an)
  • Wie willst du deinen Wohnwagon nutzen?
  • Hast du sonstige interessante Informationen für uns?
  • Deine Daten Name/Adresse / E-Mail-Adresse / Telefonnummer

 

Melde dich telefonisch bei Theresa

 

AutorIn

Theresa Steininger

von Wohnwagon - berichtet über das Tiny House Baurecht und zeigt unterschiedliche Lösungen auf.

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