Sarai – Dampfmaschine mit Autopilot

 

Kochen wie in Indien! Schonend, Stromlos & mit viel Spaß. Der Sarai ist ein kleiner Dampfgarer, der mit Holzkohle befeuert wird und bis zu 3 verschiedene Gerichte gleichzeitig zubereitet. Diese Mini – Dampfmaschine lässt sich recht einfach bedienen und liefert mit wenig Kohle viel Ertrag. Ist die Garung mal in Gang, kommt sie gut alleine zurecht. Kein Umrühren, keine Beaufsichtigung – mehr Zeit für Muße!

Wähle aus 3 verschiedenen Größen, je nachdem wieviele Mäuler Du zu stopfen hast und was Du damit anstellen möchtest: Stationäre Kochhilfe im Gartenhäuschen, am Teich, oder einfach nur auf der Veranda? Mobiler Outdoorkocher, der bei jedem Roadtrip, jedem Campingausflug dabei ist? Praktisch in vielen Situationen.

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Matrjoschka aus rostfreiem Stahl

Produktinspektion: Wir sind natürlich neugierig und nehmen den Sarai genau unter die Lupe. Ein Produkt ist gut, wenn man es ohne Anleitung auseinander und wieder zusammenbauen kann, oder? Bingo! Kindheitserinnerungen steigen auf, an die guten alten Matrjoschka – Puppen aus Russland. Die einzelnen Komponenten des Sarai werden einfach in – und aufeinander gestellt und gestülpt. Da kannst Du getrost auf eine Bedienungsanleitung verzichten. War ja auch keine im Lieferumfang enthalten.

 

Komponenten

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Feuerschale                                                Außenhülle mit Querstreben

 

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3 Stapeltöpfe mit Befestigung            Dampfbehälter mit Deckel

 

Der Sarai ist in 3 verschiedenen Größen erhältlich. Wir haben uns den Mittleren vorgenommen:

Außenmaße ca. 22,0 cm x 22,0 cm x 34,0 cm
Gewicht des Kochsets 3,1 kg
Inhalt Kocheinsatz ca. 3x 1000 ml
Verbrauch an Holzkohle je Kochvorgang ca. 150 g
Essen für 4 bis 5 Personen

 

…damit nix abbrennt…

Einige Vorsichtsmaßnahmen, eh scho wissen:

  • Leicht brennbare Materialien außer Reichweite bringen
  • Sarai auf ebenem Untergrund platzieren
  • Schutzbekleidung, vor allem Handschuhe und eine Zange sind praktisch
  • Beim Anzünden: Keinesfalls Benzin oder andere aggressive Brennmittel beigeben! Lieber etwas Papier, Streichhölzer und Geduld.

 

Gusta auf Curry mit Reis

Wir testen den Sarai – erster Arbeitsauftrag: Curry mit Reis. Die Zutaten sind angerichtet und resch gewürzt: Unsere Mägen melden sich mit Hunger!

 

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Feuer, marsch!

Die nötige Hitze, die das Wasser in Dampf verwandelt, entsteht durch Verbrennen von Holzkohle. Empfohlen werden 150 g, wir packen reichlich davon in die Feuerschale, sogar etwas mehr als nötig.

Wie Du das Ding anzündest? Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Solange Du Dich und Deine Mitmenschen nicht gefährdest.

Der Hersteller empfiehlt in Wachs getränkte und getrocknete Kartonstreifen. Das gefällt uns, dennoch haben wir einfache Anzündhilfen genommen und sie gemeinsam mit länglichen, trockenen Holzspänen in die Öffnung unterhalb der Feuerschale gegeben und angezündet. Anfangs noch zaghaft, glühten die Kohlenstücke aber recht gut, nachdem wir mit etwas Karton und Papier nachgeholfen und kräftig geblasen hatten.

Ein Fön hilft natürlich auch (auf heißester Stufe). Gut ausgerüstete Grillfans haben womöglich noch einen Joker im Ärmel: Am verlässlichsten heizt man Kohle mit einem Anzündkamin oder einem Anzündwürfel an. Durch die geringere Kohlenmenge als beim gewöhnlichen Grillen sollte das hier auch wirklich ruck zuck gehen!

 

Tipp: Hast Du gewusst, dass bei einem Lagerfeuer oftmals nicht nur Asche sondern auch Kohle übrig bleibt? Mit dem Sarai bekommt diese Kohle einen zweiten Verwendungszweck!

 

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Deine Kohle ist bereit für die Kochsession, wenn sie glüht und ordentlich Hitze produziert (zu heiß zum Handdrüberhalten). Spätestens wenn sie von einer dünnen, weißen Ascheschicht überzogen ist, kann’s losgehen.

Angabe des Herstellers: Innerhalb von 10 Minuten zusammenbauen, anzünden und Dampfgarung einleiten. Unserer Meinung nach zu ambitioniert, beim ersten Mal dauert’s auf jeden Fall länger. Wie immer macht Übung den Meister. Der zweite Versuch sieht meist schon viel besser aus.

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Auf das Feuer folgt der Dampf

Wenn die Kohle ordentlich glüht, ziehst Du die zwei Querstreben aus der Außenhülle. Dann stülpst Du die Außenhülle kurzerhand über die Feuerschale, und schiebst die Querstreben wieder an ihren angestammten Platz. Die Feuerschale könnte dabei Probleme machen, da sie ein wenig den Weg verstellt, aber mit einem geschickten Hebeldruck nach unten beim Einsetzen der Querstreben stört das nicht weiter.

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Querstreben entnehmen und Außenhülle über Feuerschale stülpen

 

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Querstreben wieder in die Außenhülle einsetzen, unter die Feuerschale

 

Im nächsten Schritt wird der Dampfgarer in die Außenhülle eingesetzt. Laut Hersteller 1 ½ Tassen Wasser einfüllen, am besten heißes Wasser. Wir raten Dir zu mehr, da beim Kochen Wasser verdampft und dadurch verloren geht.

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In den Dampf kommt das Essen

In der Zwischenzeit stehen die einzelnen Stapeltöpfe idealerweise schon bereit. In unserem Fall befüllt mit Reis im 1. und feinem Gemüsecurry im 2. Stapeltopf.

TIPP:
Darauf achten, dass genügend Wasser in den Töpfen ist, sonst könnt was anbrennen. Den 3. befüllen wir nicht, setzen ihn aber mit in den Garer ein, da er ja auch als Deckel dient.

Manche Gerichte brauchen länger, bis sie durch sind, z.B. Reis oder Erdäpfel. Die kommen deswegen in den untersten Topf. Nudeln machen z.B. weniger Faxen und kommen in den 2. darüber.

 

Nun werden alle Töpfe in der richtigen Reihenfolge auf dem Befestigungsgestell gestapelt und damit fixiert. Ab damit in den Dampfgarer, Deckel drauf und zurücklehnen! Es übernimmt der Autopilot.

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Stapeltöpfe befüllen                      und  stapeln

 

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und befestigen                              in Dampgarer einsetzen

 

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Deckel drauf

 

Autopilot – Dein Essen gart automatisch fertig!

Das ist das Reizende am Sarai: Wenn’s mal angefangen hat, zu brodeln, kannst Du getrost anderen Dingen nachgehen. Die Dampfgarung läuft von allein ab und kommt ohne jegliche Regelung aus. Versengungsrisiko besteht keines, die Außenhülle ist warm aber nicht heiß.

Nach ungefähr 50 Minuten ist das Essen fertig! +/- 20 Minuten, da es davon abhängt, was Du kochst. Mahlzeit!

 

Warmhalten!

Essen ist fertig, doch es sind noch nicht alle zu stopfenden Mäuler am Tisch versammelt? Solange der Deckel des Dampfgarers obendrauf ruht, bleibt das Essen warm. Bis zu 3 Stunden, je nach Menge an Kohle.

 

Schmeckt’s?

Bei uns sah’s so aus: Nach 30 Minuten war der Reis gar, das Gemüse darüber jedoch noch richtig knackig. Reistopf nach oben, Gemüsetopf nach unten, damit da auch ordentlich was weiter geht. Nach 50 Minuten sah die Sache schon viel besser aus, aber erst nach 70 Minuten konnten wir unsere Nasen in einen Topf voller weichem duftendem Kürbis und saftigen Karotten stecken.

Zwischendurch haben wir beim Dampfgarer etwas Wasser nachgefüllt, damit die Hitze auch schön zu den Stapeltöpfen geleitet wird. Vielleicht wär’s schneller gegangen, hätten wir von Anfang an mehr Wasser verwendet. Wenn man sich nicht sicher ist, kann’s nicht schaden, einmal zwischendurch den Wasserstand zu prüfen und ggf. nachzufüllen.

 

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Wohnwagon-Fazit:

Autarkie – Faktor: 7 von 10 Punkten. Als Brennstoff dient Kohle, kein Holz. Das macht die Selbstversorgung zwar etwas anspruchsvoller, aber keinesfalls unmöglich. Kennst Du unseren Sampada Holzvergaser schon? Der ist nicht nur eine effiziente Feuerstelle, sondern verwendet Holz als Brennstoff. Übrig bleibt Kohle. Damit wird der Sampada zur Kohlenquelle für Deinen Sarai!

Öko Fußabdruck: 8 von 10 Punkten. Jede Menge Stahl ist da verbaut, aber gemessen am Leistungsumfang und dem Eindruck, dass das Ding auch im hohen Alter noch brav seinen Dienst antritt: Nicht schlecht! Allerdings verbiegen sich die Stahlwände ein wenig, wenn Du nicht gscheit aufpasst und damit durch die Gegend schepperst. Das könnte die Lebenszeit verkürzen.

Lifestyle & Spaß: 8 von 10 Punkten. Es gibt einen Spruch, der lautet so: „Happiness is stuff that works.“ Dass hier beinahe alles auf Anhieb ohne großes Tamtam funktioniert, stellt uns zufrieden und macht Spaß.

Der Sarai kann jedoch auch einen pädagogischen Mehrwert liefern. Die einfache Funktionsweise, die Schalenkonstruktion und die physikalischen Wechselwirkungen von Feuer, Wasser und Luft eignen sich prima für Kids zum Entdecken und Erforschen! Außerdem ist es spannend, zu erfahren, wie in anderen Gegenden der Welt gekocht wird, z.B. in Indien, wo der Sarai am weitesten verbreitet ist.

Praktisch: 8 von 10 Punkten. Leicht zusammenzubauen, logische Funktionsweise, einfache Handhabung (kein Werkzeug nötig, Trage-Henkel vorhanden). Die gute Hitzeisolation befreit Dich von etwaigen Sorgen, du weißt schon, versengte Kinderfinger und Co. Ein Ding, an das man sich also schnell gewöhnt, da gut zu integrieren.

Der Sarai emittiert zwar weniger als vergleichbare Kocher, jedoch verzichtet er nicht komplett auf Rauchemissionen. Demnach ist er für die meisten Menschen in Europa wohl nur für den Gebrauch im Freien relevant, im Gegensatz zu Indien. Wir empfehlen ihn als Gehilfen auf der Terrasse, beim Gartenhäuschen oder am Camping – Platz.

Weitere Info: Die Asche fällt aus der Feuerschale auf die Stahlplatte darunter, wo wir vorher gezündelt haben. Wenn man nun den Sarai mal am Henkel nimmt und woanders abstellt, kanns sein, dass sich kleine Mengen an Asche durch die seitlichen Löcher vertschüssen. Nicht die idealste Lösung, aber nicht weiter schlimm.

Innovativ: 9 von 10 Punkten. Der Sarai wurde vom Appropriate Rural Technology Institute of India entwickelt, welches dafür im Jahr 2002 mit dem Ashden award for renewable energy geehrt wurde. Er qualmt kaum und verbraucht weniger Brennstoff als herkömmliche Kochmethoden. Dadurch leistet er einen unschätzbar hohen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsumstände unzähliger Haushalte, sowie ihrer finanziellen Lage.

 

AutorIn

Das Wohnwagon-Team

berichtet über seine Erfahrungen und gibt dir Tipps & Tricks für Deinen Weg zur Autarkie

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