Konzentration auf das Wesentliche!

 

Fünf Tipps, wie du neben dem Reduzieren der Wohnfläche, beim Hausbau deine Geldtasche und die Umwelt entlasten kannst.

Nicht nur beim Tiny House, sondern auch beim “normalen” Einfamilienhaus lassen sich durch gezieltes Vereinfachen und Reduzieren Kosten sparen und ein Mehrwert in vielerlei Hinsicht schaffen. Was genau damit gemeint ist, erklärt uns Johannes. Er hat vor dem Bau seines Einfamilienhauses so gut wie alles hinterfragt, was im modernen Hausbau heute so üblich ist.

 

 

Ich mag das minimalistische Konzept von Tiny Häusern. Der Verzicht auf Unnötiges, die Reduktion auf das Wesentliche und die Kostenersparnis gegenüber dem konventionellen Hausbau reizen mich dabei. Als Single bzw. als Paar würden wir heute höchstwahrscheinlich in einem sehr viel kleineren, wenn nicht sogar mobilen Haus leben. Als Familie mit Kindern konnten sich weder meine Frau noch ich das langfristige Wohnen auf so kleinem Raum vorstellen. Also machten wir uns auf die Suche nach einer anderen Lösung.

Die enormen Kosten für ein eigenes Haus, die heutzutage von den meisten Menschen einfach so hingenommen werden, haben uns jedoch mehr abgeschreckt als motiviert. Gesundes Wohnen und Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen, ist uns wichtig. Anfangs sah es jedoch so aus, als ob dieser Wunsch beim Bauen nur noch mehr Kosten mit sich bringen würde. Und ich muss auch zugeben, dass ich bei meiner Suche nach einer Möglichkeit, ein günstigeres Haus bauen zu können, den ökologischen und nachhaltigen Gedanken immer mehr aus den Augen verlor – Vorerst!

Durch eine TV-Sendung erfuhr ich ganz zufällig von der Strohballenbauweise. Ich war sofort begeistert. Nach längerer Recherche und dem Besuch von Familien, die bereits mit Strohballen gebaut hatten, war mir klar: Mit dieser Bauweise kann unser Traumhaus zur Realität werden.

Nach der anfänglichen Begeisterung musste ich aber einsehen, dass nur die Bauweise alleine, noch lange kein günstiges Haus ausmacht. So haben wir angefangen jedes Detail zu hinterfragen, das heute beim Hausbau so üblich ist und abgewogen ob wir das auch wirklich benötigen. Frei nach dem Wohnwagon-Motto: “Was braucht es wirklich für ein gutes Leben?”

Dieser Ansatz hatte eine sehr befreiende Wirkung und plötzlich fühlten sich unsere Maßnahmen zur Kostenreduktion gar nicht mehr nach Verzicht an. Ganz im Gegenteil, es bereitete uns Freude, auf (für uns) unnötige Dinge zu verzichten. Kaputtgespart haben wir uns beim Hausbau trotzdem nicht, sondern wir haben uns ganz gezielt den einen oder anderen ausgewählten Luxus gegönnt.

Los geht´s mit 5 Dingen, die man vereinfachen kann, ohne zu verzichten (unabhängig von der Hausgröße).

Gehn wir's an!

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Die Form des Hauses und sein Grundriss

 

Je näher die Form des Hauses an einem Würfel oder Quader dran ist desto besser. Vorsprünge, Erker und Gauben kosten einfach Geld. Nicht nur beim Bauen sondern auch beim Heizen. Das liegt daran, dass ein Gebäude in der Form eines Würfels das beste Verhältnis von wärmeabgebenden Flächen (Dach, Außenwände, …) zum beheizten Raumvolumen hat. Optimaler wäre übrigens nur noch die Form einer Kugel. Jede Veränderung der Bauform führt dazu, dass die Außenfläche größer wird und mehr Wärme verloren geht. Optische Highlights lassen sich auch einfacher setzen, zum Beispiel durch die Gestaltung der Fassade.

Ein einfacher und vor allem offener Grundriss hilft weiter sparen. Offene Räume wirken größer und gemeinschaftsfördernder als geschlossene Räume mit einer vergleichbaren Größe. Man benötigt auch weniger Zwischenwände und Innentüren. Was bei einer cleveren Grundrissplanung noch zu beachten ist kannst du auch bei einem professionellen Beratungscoaching erfahren und in Fachliteratur nachlesen.

 

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Bauweise
Die Bauweise

 

Es gibt viele verschiedene Bauweisen und mit den meisten lässt sich auch ein gutes Wohnklima erreichen. Für mich als Selbermacher war der Bau eines Holzhauses in Kombination mit Strohballen als Wärmedämmung besonders attraktiv, denn Stroh ist auch für Laien einfach zu verarbeiten. Strohballen sind ein “Abfallprodukt” der Landwirtschaft und haben im Vergleich zu anderen Dämmstoffen einen sehr günstigen Preis. Obendrein ist die CO2-Bilanz von Holz und Stroh besonders gut, da wenig Energie für die Herstellung benötigt wird.

Eine weitere wohngesunde und nachhaltige Bauweise ist der Bau mit Vollholzelementen und Holzweichfaserplatten als Dämmung. Wie solch ein Wandaufbau ausschaut findest du hier…

 

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Die Arbeitsleistung von Fachleuten

 

Damit ist klarerweise die Eigenleistung gemeint. Beim Einfamilienhaus machen Arbeitsleistungen etwa die Hälfte der Bauwerkskosten aus. Logischer Weise lassen sich durch Selbermachen die Kosten reduzieren. Ich selbst würde mich als handwerklich geschickt bezeichnen und ich bin körperliche Arbeit gewohnt. Daher haben wir unser Haus so geplant, dass ich den Innenausbau zum größten Teil allein durchführen konnte.

Eine gute Planung und etwas Vorsicht vor Selbstüberschätzung ist beim Hausbau aber angesagt. Gerade in der anfänglichen Euphorie, schätzen viele zukünftige Bauherren Ihre Eigenleistung oft viel zu hoch und unrealistisch ein. 

Mein Tipp: Fange mit kleinen Projekten an, arbeite mit gutem Werkzeug und bringe dich Stück für Stück voran.

 

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Ausstattung
Trends bei der Ausstattung

 

Mit Trends ist das immer so eine Sache. Eigentlich sind sie nur dazu da, dass uns der letzte Trend nicht mehr gefällt und wir unbedingt den neuesten haben wollen. Abgesehen von den schlimmen Folgen für unsere Umwelt ist das Ganze auch kostspielig. Wenn du von Trends abhängige Designelemente und Farben sparsam einsetzt, reduziert das Risiko, dass du dich nach wenigen Jahren an der eigenen Einrichtung oder gar am eigenen Haus sattgesehen hast. Zeitlos hingegen sind helle und freundliche Farben sowie natürliche Oberflächen. Oft sind schöne Möbel, denen es an nichts fehlt, gebraucht zu echten Schnäppchenpreisen zu bekommen.

 

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Die Haustechnik

 

Mein Motto: So einfach wie möglich, so intelligent wie nötig. Nur weil es möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch etwas bringt. Müssen die Wasserhähne wirklich per App steuerbar sein? Mit technischen Spielereien lässt sich heute der Preis eines Hauses enorm nach oben treiben. Abgesehen von den Anschaffungskosten, fallen auch Betriebs- und Wartungskosten an.

Nicht zu viel sparen solltest du hingegen bei der Wärme- und Stromversorgung. Hier werden deine Investitionen durch niedrige Betriebskosten belohnt und es profitiert langfristig nicht nur dein Bankkonto sondern auch die Umwelt davon. Unser Haus wird zum Beispiel mit einem zentralen Wohnraumpelletofen beheizt und für eine thermische Solaranlage sowie eine Photovoltaikanlage ist schon alles vorbereitet.

Auch hier gilt: Gründlich recherchieren und Fachexpertise einholen. Am Ende des Tages macht sich das bezahlt.


Gemeinsam auf dem Weg zur Autarkie

Johannes ist schon mittendrin – in seinem einfachen Einfamilienhaus aus Holz und Stroh. Was planst du? Je nach deinen Zielen und Bedürfnissen begleiten wir dich gerne auf dem Weg mit Planung und Beratung sowie den richtigen Produkten! Meld‘ dich doch bei uns – wir beraten dich gerne!

Was du dafür brauchst:


AutorIn

Johannes Maringer

Johannes Maringer berichtet darüber, wie man durch gezielte Vereinfachung und bewusstes Weglassen günstigere und nachhaltigere Häuser bauen kann.

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