Die Philosophie des Weniger.

© Huang Qingjun

 

„Weniger ist mehr“, den Spruch gibt’s schon ziemlich lange. Die Realität schaut aber trotzdem meist anders aus: 10.000 Gegenstände besitzt der durchschnittliche Europäer. Puh. Wie viele davon kennst Du eigentlich? Wir sind uns sicher: Der eigentliche Luxus unserer Zeit liegt in der Reduktion. Und die gehn wir jetzt ganz praktisch an!

Im Sinne des „reuse, reduce, recycle“- Spirits entschlacken wir jetzt mal gemeinsam! So bleibt mehr Zeit für die wesentlichen Dinge im Leben. Mehr Raum zum Atmen.

Du musst ja nicht sofort in ein kleineres Haus ziehen, um Dein Leben leichter zu gestalten. Hat aber auch Vorteile! Günstigere Unterkunft, kleinere CO2-Bilanz, weniger Heizkosten und weniger Platz für Zeug, das sich ansammeln kann!
Um das wirklich umzusetzen muss man dranbleiben. Darum hier ein paar Tipps:

Wenig Dinge – trotzdem glücklich?

Bevor Du mit dem Entsorgen loslegst (spenden, verschenken, verkaufen) – schau Dir mal an, was Du eigentlich besitzt. Mach eine Inventur! Geh’ Raum für Raum ab und frag’ Dich: Was davon nutze ich täglich? Was liegt schon seit Ewigkeiten herum? Was belastet mich?

Hast Du Dir einen Überblick verschafft, geht’s jetzt los mit der wichtigsten Frage: Was davon brauche ich wirklich für ein gutes Leben?

Solltest Du mitten im Ausmist-Wahn Angst bekommen, ein Ding doch noch irgendwann zu brauchen – Entfussler, Bohrmaschine, Nussknacker – kann ich Dir getrost sagen: Du wirst es erst brauchen, wenn es weg ist und dann gibt’s ja zum Glück auch nette Nachbarn.
Aber Du kannst Dir auch einfach Alternativgegenstände überlegen, die man als Ersatz verwenden kann! Ein Hammer als Nussknacker zum Beispiel. Aber gönn’ Dir auch die Zeit, schrittweise vorzugehen.

Fertig? Dann kannst Du nun also frohen Mutes alles weggeben was Dich belastet, ganz nach dem Motto „share and care“! Manche Menschen schwören übrigens auch auf die digitale Entrümpelung – ein kleiner Tipp am Rande.

Ausgemistet? Dann schau’ Dir Dein Werk an. Was hast Du jetzt noch für Gegenstände vor Dir liegen? Kannst Du diese Dinge selbst reparieren und taugen sie auch zur Zweckentfremdung? Wenn wir ehrlich sind: Brauchen wir die Knoblauchpresse wirklich? Da findet sich doch sicher easy ein Ersatz.

Vergiss dabei bitte nicht: Reduktion soll Freude machen! Es geht nicht darum, auf Genuss zu verzichten, sondern die Einfachheit in den Dingen zu finden und die dadurch gewonnene Leichtigkeit auszuleben. Es kann sogar großen Spaß machen, sich neue Lösungsansätze für die Küche zu überlegen, wenn man die Hälfte seiner Küchenutensilien ausgemistet hat.

Ein weiterer Tipp, die 12-Monate-Regel: Alles was Du nach 12 Monaten nicht benützt hast, kommt weg!

Bei Kleidung kannst Du auch den Trick anwenden, alle Kleiderbügel umzudrehen und erst nach der ersten Verwendung richtig hinzuhängen. So siehst Du mit der Zeit genau, welche Kleidungstücke Du noch nicht anhattest und kannst sie dann leichter entsorgen.

Was auch immer gut funktioniert, ist das „Verstecken“ der eigenen Kleidung. Einfach mal ein paar Kleidungsstücke in einen Karton packen und für ein halbes Jahr im Keller verstauen. Irgendwann hast Du die Kleidungsstücke vergessen und wenn sie Dir wieder einfallen und Du sie austauschst, freust Du Dich, als wären sie brandneu.

Eine weitere Abwechslung für Deinen Kleiderschrank sind z.B. Kleidertauschpartys. Lade Deine Freunde dazu ein, ihr altes Gewand mitzubringen. Für Dich mag es eine uralte Bluse sein – für jemand anders ist es vielleicht das neue Lieblingsteil!

Damit Du Deinen neuen Lebensstil durchziehst, solltest Du immer wieder Deine Gegenstände durchgehen. Frag Dich beim Arbeiten: Brauche ich das wirklich? Kann ich es durch etwas anderes ersetzten, was ich bereits besitze? Was kann ich mit meinen Mitarbeitenden teilen?

In Kauflust…ich brauch dringend was Neues

Manchmal passiert es dann doch, dass das eine oder andere Teil nicht mehr zu reparieren ist oder einfach ersetzt werden muss. Beim Einkaufen kann diese tollen Liste behilflich sein, nicht in Shoppinglust zu verfallen.

Erstens: Mach eine Einkaufsliste und halte Dich dran!

Zweites (ich zitiere jetzt mal ganz frech die Sol-Nicht-Einkaufsliste, da sie so wunderbar ist): Frage Dich bei jedem Stück, dass Du im Geschäft in der Hand hältst:

  • Brauch ich das?
  • Wie viel davon hab ich schon?
  • Wie oft werd ich das benützen?
  • Wie lange wird es halten?
  • Kann ich es auch von jemandem borgen?
  • Kann ich auch ohne dieses Ding leben?
  • Kann ich es auch selbst reparieren, falls notwendig?
  • Will ich das auch wirklich?
  • Was mache ich damit, wenn ich es nicht mehr brauche?
  • Ist es nachhaltig, ökologisch, aus fairem Handel?

Wenn Du Dir all diese Fragen durch den Kopf gehen hast lassen, merkst Du vielleicht, dass Du dieses Ding gar nicht brauchst.

Wieso freut sich die Umwelt übers „Downsizing“?

Weniger Dinge – weniger Konsum – ein selbstbestimmteres Leben. Ja vielleicht kaufst Du trotzdem mal was Neues, aber das wirst Du dann ganz anders schätzen als bisher! Man passt auf seine Dinge besser auf, versucht sie zu reparieren und

das Umfunktionieren, Reparieren, Upcycling von Gegenständen führt automatisch dazu, dass Du weniger kaufst. Dadurch verringert sich Dein Ressourcenbedarf und Du erlernst zusätzlich auch noch kreativer an Probleme heranzugehen. Du löst sie nämlich auf die einfachste Art und Weiße: mit den Dingen, die Dich umgeben. Win-Win für die Umwelt und Dich.

Die gewonnene Zeit kannst Du jetzt in Aktivitäten stecken: Triff Dich mit Freunden, tu Deinem Körper was Gutes! Lern was Neues! In unserer Gesellschaft sind Statussymbole von viel zu großer Relevanz. Es wird Zeit, dass wir das neu definieren! Wirklich leiwand ist nämlich eigentlich, wenig zu brauchen!

 

Weitere interessante Links gibt’s hier:

http://www.zeit-statt-zeug.de/de/

http://theproject333.com/getting-started/

https://www.gebraucht.at/blog/tipps-tricks/10-gruende-fuer-wenig-besitz-und-bewussten-konsum/

https://experimentselbstversorgung.net/weniger-als-100-dinge/

 

 

AutorIn

Das Wohnwagon-Team

berichtet über seine Erfahrungen und gibt dir Tipps & Tricks für Deinen Weg zur Autarkie

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