Do-it-Yourself-Windenergie

 

Bau Dir Dein eigenes Windrad!

Ein kleines Windrad, das aus den milden Brisen und wilden Stürmen rund um dein Zuhause nützliche Energie macht, gebaut aus ganz einfacher Technik – Jonathan erzählt wie‘s geht.

 

Windrad aus einem Workshop

 

Für mich begann die Geschichte mit der Begeisterung für selbstgemachte, einfache und nachhaltige Technik, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien. Ich stieß über Umwege auf einen Mann namens Hugh Piggott, der im Nordwesten Schottlands auf einer kleinen Halbinsel lebt, sehr abgelegen, nur per Boot zu erreichen und ohne Anschluss an das Stromnetz. Hier hatte sich eine besondere Kultur der Windkraftnutzung etabliert. Hugh Piggott entwickelte ein Kleinwindrad-Design das für den Selbstbau ausgelegt ist, vorwiegend um Strom in seinen Heimatort zu bringen. Das robuste, effiziente und einfach aufgebaute Windrad hat sich allerdings schon weit darüber hinaus bewährt. Ich besuchte Hugh in Schottland, wir arbeiteten zusammen und schon bald gründete ich das Projekt PureSelfMade, mit dem Ziel meine persönliche Erfahrung und Hugh’s Wissen nützlich zu verbreiten und Menschen zu inspirieren, selbst Hand anzulegen für die eigene Energieversorgung mit Do-it-Yourself-Windenergie.

 

Doch warum eigentlich ein Windrad selbst bauen?

Beim Selbstbau eines Kleinwindrades geht es nicht nur um’s Strom erzeugen – eine große Rolle spielt das Bauen selbst. Dabei besteht die Möglichkeit den eigenen Horizont zu erweitern und sich an neuen handwerklichen Techniken zu versuchen, oder etwas mehr über die Funktionsweise des Windrades zu lernen. Der Bauprozess ist vielseitig: Vom Generator bis zu den Rotorblättern wird in dem Konzept, das ich mit Hugh Piggott entwickelt habe, alles selbst gemacht. Dabei finden hauptsächlich einfache Materialien und gängige Arbeitstechniken Anwendung. Das Selbstbauen schafft nicht nur eine Verbundenheit mit dem Windrad und vervielfacht die Freude über den erzeugten Strom, auch Wartung oder Reparatur werden durch das beim Bau erworbene Verständnis des Systems zum Kinderspiel.

 

Zusammenbau des Rotors

 

 

Was das Selbstbauwindrad leisten kann!

Je nach Größe variiert der Energieertrag des Windrades. Das Design von Hugh Piggott ist skalierbar und daher anpassbar an den örtlichen Bedarf. Für ein Windrad mit 2 Metern Rotordurchmesser wurden folgende Werte ermittelt:

Windrad mit 2 m Rotordurchmesser:
• 500W Nennleistung bei 12 m/s Windgeschwindigkeit
• Für 12/24 oder 48 V Inselsystem oder zur Netzeinspeisung via Wechselrichter
• 300€ – 400€ Materialkosten Windrad
• 300€ – 400€ Mast für das Windrad mit 12m Höhe

Jährlicher Energieertrag:
• ~500kWh / Jahr bei 4,1 m/s Durchschnittlicher Windgeschwindigkeit
• ~1000kWh / Jahr bei 5,6 m/s Durchschnittlicher Windgeschwindigkeit

 

Deine Inselanlage – Das brauchst du dazu.

Zusätzlich zum Windrad selbst werden noch weitere Komponenten benötigt. Hier eine kleine Übersicht, wie eine Inselanlage für die Stromerzeugung aufgebaut ist:

 

Egal ob Windrad, Photovoltaik-Panel oder Generator, dein eigenes Stromnetz braucht ein kleines Kraftwerk, um die notwendige Energie zu erzeugen. Die Leistung des Stromerzeugers muss hier passend zum Gesamtsystem und deinem Bedarf gewählt werden. Leistungsangaben (z.B. kWp „Kilowatt peak“) weisen dabei meist auf die maximale Ausbeute bei optimalen Bedingungen hin.

 

Damit dir der wertvolle Strom auch später zur Verfügung steht wird er in einer Batterie gespeichert. Wir verwenden für den Wohnwagon Lithium-Ionen Batterien mit einer Lebensdauer von 20 Jahren. Für den Selbstbau findet man in unserem Shop aber auch Stapler-Batterien, die unkompliziert erweitert werden können. Im Einfamilienhaus und Mehrfamilienhaus zahlt sich auch der Blick zu Salzbatterien aus, die zwar etwas träger in der Be- und Entladung sind, dafür aber noch langlebiger sind und keinerlei giftige Materialien enthalten. Hier gilt es die richtige Spannung (12 / 24 / 48 V) zu wählen. Je niedriger die Spannung desto höher die Stromstärke und desto stärker muss das verwendete Kabel sein (P = U x I). Wir arbeiten im Wohnwagon mit einem 48V System.

 

Damit die Batterie weder überladen noch bei zu viel Verbrauch tiefenentladen wird, gibt es einen Laderegler, der (Name ist Programm) die Ladung der Batterie regelt.

 

Wenn du in deinem eigenen Stromnetz nur Verbraucher mit Gleichstrom (12-48V) betreiben willst brauchst du ihn nicht. Sobald du deine normalen 230 V Geräte einsetzen möchtest, ist ein Wechselrichter notwendig. Er wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom (230 V) um. Wichtig ist hier, die richtige Leistung zu wählen: Bei einem 1.000 Watt Wechselrichter kannst du insgesamt maximal Verbraucher mit 1.000 Watt betreiben, ein starker Wasserkocher mit 1.400 Watt würde das System dann schon überfordern. TIPP: Bedenke, dass dein Wechselrichter auch einen gewissen Grundverbrauch hat, um funktionsbereit zu sein. Bei großen (oder auch billigen) Geräten können das 30 Watt Dauerleistung sein. Daher verwenden wir ein doppeltes Wechselrichter-System mit einem starken (3.000 W) und einem kleinen (500 W) Wechselrichter. Der kleine Bruder übernimmt die Grundversorgung, der große wird nur im Bedarfsfall aktiviert. Ob es Sinn macht, auf Kleinwindkraft zu setzen, muss individuell bestimmt werden. Ein offener Standort für das Windrad mit gutengleichmäßigen Windverhältnissen ist jedenfalls Voraussetzung. Alternativ ist vielleicht doch eine Photovoltaik-Anlage das Mittel der Wahl.

 

Besuch unsere Workshops!

Seit Jahren erprobt und bewährt haben sich unsere Windrad-Selbstbauworkshops. Dabei wird in 5 Tagen ein Windrad von den Teilnehmenden gebaut, wobei alle Schritte im Detail erklärt und begleitet werden.

Materialset

Alles, was du zum Selbstbau brauchst: Um das Bauen leichter zu machen gibt es im Autarkie-Shop die wichtigsten Materialien für dein Windrad als fertiges Set. So kannst du ohne langes Suchen dein Projekt beginnen.

 

Windrad Workshop Gruppe

 

Na neugierig? Dann meld‘ dich doch zu unserem Windrad-Workshop an!

WANN: 14. – 18. April 2018 (jeweils von 9:00  – 17:00 Uhr)
WO: Arnethgasse 42, 1160 Wien
PREIS: € 300,00 (inkl. Versorgung)

 

 

Jonathan Schreiber

Befasst sich beruflich viel mit Kleinwindkraft. Er leitet Workshops und entwickelt Selbstbau-
Lösungen für Energieversorgung & Mobilität. Jonathan verbrachte viel Zeit auf der Scoraig
Halbinsel bei Hugh Piggott und eignete sich dort sein Fachwissen an.

 

Lass uns plaudern!

Hast Du fragen? Wir sind Dir gerne bei Detailfragen behilflich und beraten Dich bei der Wahl der richtigen Produktzusammenstellung.

 

 

 

AutorIn

Jonathan Scheiber

erzählt dir, wie du dir mit einfachen Materialien dein eigenes Windrad bauen kannst.

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